Türgriffe: China ruft 2,98 Millionen Tesla zurück, Deutschland prüft noch

Tesla ruft in China ab dem 25. September 2026 rund 2,98 Millionen Fahrzeuge der Modelle 3, Y, S und X zurück, weil die mechanische Notentriegelung der Türen im Innenraum laut der chinesischen Marktaufsicht SAMR im Notfall für Insassen schwer zu erkennen und zu bedienen ist Quelle. In Deutschland gibt es dafür bislang keinen eigenen Rückruf: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) prüft den Fall bereits seit April 2026 – ausgelöst durch einen tödlichen Unfall in Schwerte –, ist damit aber laut Bundesverkehrsministerium noch nicht fertig Quelle. Wer in Deutschland einen Tesla fährt, muss aktuell also nichts unternehmen, sollte den Fall aber im Blick behalten.
Der Rückruf in China: Ausmaß und Grund
Betroffen sind in China gebaute und importierte Fahrzeuge der Modelle 3, Y, S und X; Tesla beginnt die Rückrufaktion am 25. September 2026 Quelle. Grund ist laut SAMR, dass die mechanische Notentriegelung im Innenraum für Insassen im Notfall schwer zu erkennen und zu bedienen ist – im Ernstfall könnte das die Flucht aus dem Fahrzeug erschweren Quelle. Als Abhilfe kündigt Tesla eine deutlichere Kennzeichnung der Notentriegelung sowie ein Software-Update an, das die Fenster nach einem erkannten Unfall automatisch öffnet Quelle. Neben Tesla sind mehrere weitere Hersteller wie Xiaomi, Leapmotor, Xpeng und Zeekr von vergleichbaren Rückrufen betroffen Quelle.
Der Rückruf steht in einem größeren regulatorischen Zusammenhang: China verbietet ab 2027 zusätzlich vollständig versenkbare elektrische Außentürgriffe, wie sie etwa am Model S verbaut sind, weil sie Rettungskräften nach einem Stromausfall des Fahrzeugs keinen physischen Angriffspunkt mehr bieten Quelle. Ab demselben Jahr sollen in China zudem nur noch Fahrzeuge mit einer klar erkennbaren mechanischen Notöffnung zugelassen werden Quelle; in den USA wird laut auto motor und sport parallel ein ähnlicher Gesetzentwurf diskutiert Quelle.
Der Fall Schwerte und die deutsche Prüfung
Hintergrund der deutschen Prüfung ist ein tödlicher Unfall im September 2025 in Schwerte: Ein Tesla kam von der Straße ab und prallte gegen einen Baum, 3 Menschen starben, ein Kind überlebte, weil eine Tür durch die Wucht des Aufpralls aufriss Quelle. Ein Gutachten kam zu dem Schluss, dass die automatische Türöffnung nach dem Aufprall versagt hatte; die Staatsanwaltschaft bat daraufhin das KBA zu prüfen, ob ein sicherheitsrelevanter Mangel vorliegt Quelle. Für mögliche Maßnahmen selbst sieht sich das KBA jedoch nicht als zuständig an: Die EU-Typgenehmigung für die betroffenen Modelle liegt bei der niederländischen Behörde RDW, sodass ein Rückruf nur von dort ausgehen könnte Quelle. Die RDW erklärte, es gebe derzeit keinen Rückruf in Europa für diese Fahrzeuge, sie verfolge die Angelegenheit aber und verlange, dass sich Türen auch bei Stromausfall intuitiv und ohne Werkzeug von innen und außen öffnen lassen müssen Quelle.
Was das für Sie als Tesla-Fahrer in Deutschland bedeutet
Für Ihren Tesla ändert sich durch den China-Rückruf zunächst nichts: In Deutschland läuft weder ein Rückruf noch eine Anordnung des KBA, dessen Prüfung laut Bundesverkehrsministerium weiterhin nicht abgeschlossen ist Quelle. Sinnvoll ist trotzdem, sich die Lage der mechanischen Notentriegelung an Ihren Türen genau einzuprägen, bevor Sie sie im Ernstfall brauchen – der ADAC kritisiert, dass diese Notlösungen oft schwer zugänglich sind oder erst eine Abdeckung entfernt werden muss Quelle. Ob und wie das KBA reagiert, sobald seine Prüfung abgeschlossen ist, ist offen – ebenso, ob die niederländische RDW als zuständige Typgenehmigungsbehörde von sich aus tätig wird. Solange keine der beiden Behörden eine Maßnahme anordnet, bleibt der China-Rückruf für Ihren in Deutschland zugelassenen Tesla ohne unmittelbare rechtliche Folge.
Quellen
Dieser Artikel dient der Information und wurde unabhängig verfasst. Fahrzeugdaten und Vorschriften können sich ändern: Prüfen Sie vor jeder Maßnahme die genannten Quellen.



